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Foto Walk Zürich: Eine Stadt, viele Perspektiven

vor 4 Stunden
4 Min. Lesezeit
Teilnehmende des Photo Walks Zürich sitzen und stehen auf einer breiten Steintreppe.
Unsere Zürich-Gang posiert auf den Stufen des Opernhauses für ein Erinnerungsfoto. Foto: Dominik Joachim.

Eine Bahnhofshalle voller Menschen, Licht zwischen den Altstadthäusern und eine Gruppe, die immer wieder etwas anderes entdeckt: Unser Foto Walk am 27. September 2026 durch Zürich war lebendig, manchmal etwas wuselig und voller unterschiedlicher Blickwinkel.


Um 10 Uhr trafen wir uns am Hauptbahnhof. Vor uns lagen rund drei Stunden gemeinsames Entdecken und Fotografieren – vom Bahnhof durch die Altstadt bis zum Opernhaus.


Entstanden ist dieser Foto Walk Zürich auf Initiative der Foto-App. Für mich war er gleichzeitig der Auftakt zu etwas, das ich weiterführen möchte: gemeinsam unterwegs sein, genauer hinsehen und fotografische Ideen miteinander teilen.


Erst einmal zusammenfinden

Ich war früh am Treffpunkt in der Zürcher Bahnhofshalle. Bei der Beschreibung hatte ich neben dem «Klotz» auch den Engel erwähnt – und vor Ort festgestellt, dass die beiden doch weiter auseinanderliegen, als meine Beschreibung vermuten liess. Eine erste Erkenntnis gab es also schon vor dem Start: Beim nächsten Mal wird der Treffpunkt eindeutiger.


Schliesslich fanden wir alle zusammen. Das Einchecken über die Luma-App funktionierte gut. Die Namen waren die grössere Herausforderung. So viele neue Gesichter auf einmal! Inzwischen, nach dem Sichten und Zusammenstellen der eingereichten Bilder, kann ich immer mehr Namen zuordnen. Alle habe ich allerdings noch nicht verinnerlicht.


Schon dieser Anfang zeigte, worauf ich mich besonders gefreut hatte: Menschen zusammenzubringen, die Lust haben, mit ihrer Kamera unterwegs zu sein und ihre Sicht auf die Stadt zu teilen.


Zürich hatte an diesem Tag einiges vor


Schwarz-Weiss-Aufnahme einer Bahnhofspassage mit grosser Uhr und Menschen im hellen Durchgang.
Foto: Christian Schmid

Eine Woche zuvor hatte ich die Route am Sonntag nochmals geprüft. Die Stadt war dabei angenehm ruhig gewesen. Am Vormittag unseres Walks sah das anders aus: Während des Zurich Film Festivals war deutlich mehr los – besonders in der Bahnhofshalle und entlang der Bahnhofstrasse.


Für unsere Gruppe machte das die Orientierung anspruchsvoller. Fotografisch gab es dafür viel zu beobachten: Menschen in Bewegung, Silhouetten vor hellen Durchgängen und das Wechselspiel von Licht und Schatten.


Bereits die Bahnhofshalle bot Motive. Besonders der Durchgang Richtung Bahnhofplatz ist ein schöner Ort, um mit Tiefe, Rahmen und Gegenlicht zu arbeiten. Ein heller Ausgang, dunkle Flächen im Vordergrund, eine Person im richtigen Moment: Manchmal reichen wenige Elemente für ein Bild.


Frau mit hellem Hut, durch ein Fenster fotografiert, mit Spiegelungen im Glas.
Foto: Dominik Joachim

Vom grossen Überblick zum kleinen Detail

Entlang der Bahnhofstrasse gingen unsere Blicke nach links und rechts: zu Fassaden, Schaufenstern, Spiegelungen und dem Licht zwischen den Gebäuden. Weiter führte uns die Route zum Rennweg und hinauf zum Lindenhof.


Gerade diese Wechsel machen Zürich für mich fotografisch interessant. Auf eine belebte Strasse folgt eine schmale Gasse. Nach dem Blick über die Stadt entdeckt man vielleicht eine einzelne Fensterbank, eine Tür oder einen Schatten auf dem Pflaster.


Auf dem Lindenhof gab es Gelegenheit, sich umzusehen und unterschiedliche Motive zu finden. Bänke unter Bäumen, grosse Schachfiguren, Menschen am Aussichtspunkt und die Stadt auf der anderen Seite der Limmat: Wir waren am selben Ort, aber längst nicht alle mit demselben Bild beschäftigt.


Das zeigt sich auch in den eingereichten Fotos. Manche haben die Architektur in den Mittelpunkt gestellt, andere Begegnungen auf der Strasse. Einige Bilder leben von Farbe, andere von Schwarz-Weiss, Bewegung oder einer ungewöhnlichen Perspektive.


Grosse Spielfiguren auf einem gepflasterten Platz mit Blatt- und Figurenschatten, fotografiert in Schwarz-Weiss.
Foto: Patricia Jörg

Durch die Altstadt bis zum See

Nach weiteren Schleifen durch die Altstadt gingen wir wieder hinunter Richtung Storchen und Limmat. Auch der provisorische Steg über den Fluss wurde zum Motiv: Seine Metallkonstruktion, Linien und Schatten boten einen ganz anderen Bildcharakter als die historischen Fassaden.


Schwarz-Weiss-Aufnahme eines Metallstegs mit geometrischen Geländern und langen Schatten.
Foto: Joe Rukkers

Auf der anderen Seite führte uns der Weg durchs Niederdorf, am Café Schober vorbei und weiter zum Grossmünster. Unterwegs entstand auch unser Gruppenfoto in einer schmalen Altstadtgasse.


Natürlich blieb unsere Gruppe nicht immer geschlossen beisammen. Wer ein Motiv entdeckt, bleibt stehen. Wer um die nächste Ecke schaut, ist schon ein Stück weiter. Ab und zu mussten wir uns deshalb wieder sammeln – und am Ende fanden wir immer wieder zusammen.


Meine ursprünglich geplante Route habe ich im Verlauf etwas angepasst. Die Zeit war schneller vergangen als gedacht, und wir wollten noch Richtung See. So führte uns der letzte Abschnitt bis zum Opernhaus, wo wir ein weiteres Gruppenfoto machten. Gegen 13 Uhr ging unser gemeinsamer Walk zu Ende.


Die Gespräche gingen weiter

Ein gemeinsamer Ausklang war von Anfang an vorgesehen. Wo wir schliesslich landeten, entschieden wir spontan. Ich hatte den schönen Kiosk beim Bürkliplatz im Kopf, war angesichts unserer Gruppengrösse aber unsicher, ob wir dort alle Platz finden würden.


Einige verabschiedeten sich nach dem Walk. Zu ungefähr acht gingen wir noch zurück Richtung Bellevue und kehrten im Vapiano ein.


In der kleineren Runde blieb Zeit, sich näher kennenzulernen und die Gespräche vom Vormittag weiterzuführen. Es war spannend und unterhaltsam – ich hätte gut noch länger sitzen bleiben können.


Dieser persönliche Austausch hat mir besonders gefallen. Auch das Zusammensitzen nach dem Fotografieren gehört für mich zu einem gelungenen Foto Walk.


Was ich von diesem Foto Walk in Zürich mitnehme

Am meisten gefreut haben mich die Offenheit und das Interesse der Teilnehmenden. Es wurde fotografiert, beobachtet, gefragt und miteinander gesprochen. Auch über die Rückmeldungen nach dem Walk habe ich mich sehr gefreut.


Gleichzeitig habe ich gemerkt, wie viel Aufmerksamkeit die Organisation einer grossen Gruppe braucht. Ich hätte unterwegs gerne noch mehr über einzelne Motive und gestalterische Möglichkeiten erzählt. Oft musste ich aber zunächst schauen, ob alle noch dabei waren.


Für meine kommenden Foto Walks habe ich deshalb eine klare Entscheidung getroffen: Die Gruppe wird auf maximal zwölf Personen begrenzt. So bleibt mehr Zeit für Gespräche, Fragen und gemeinsame Beobachtungen. Ich möchte mich mit jeder Person austauschen können und unterwegs Raum dafür haben, genauer auf Licht, Bildausschnitte und Perspektiven einzugehen.


Die Bilder haben jetzt einen eigenen Platz

Nach dem Walk konnten die Teilnehmenden jeweils drei ihrer Fotos einreichen. Viele haben diese Gelegenheit genutzt.



Diese Bilder haben nun eine eigene Galerie auf meiner Website. Sie zeigen, wie unterschiedlich derselbe gemeinsame Streifzug aussehen kann – und lassen mich den Vormittag noch einmal durch andere Augen erleben.



Wie geht's weiter?


Danke an alle, die dabei waren, ihre Bilder geteilt und mir Feedback gegeben haben. Genau dieser Austausch macht das Format für mich so spannend. Gerade in der heute so digitalen Welt ist ein IRL-Anlass eine sehr willkommene Abwechslung.


Die Vorbereitungen für den nächsten Foto Walk laufen bereits. Auch die Wünsche und Interessen aus der neuen Warteliste helfen mir dabei, die nächsten Routen zu planen. Den nächsten Termin gebe ich in Kürze bekannt.


Wenn du dabei sein möchtest, kannst du dich auf die Warteliste setzen. Dort erfährst du zuerst, wenn die Anmeldung öffnet.






Titelbild Züri-Tram: Dominik Joachim

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